Sparkasse Lambach EZF durch das Grünbachtal


Andreas Graf macht alles richtig. Gemseinsam mit Privat-Physio Richard Bücsek und Zeitfahr-Coach „Magic“ Fritz Berein reist der Offenhausen Rekordhalter bereits am Vortag an. Schon am Mittwoch beginnt er sein minutiös geplantes Vorbereitungsprogramm. Hochkonzentriert wärmt er sich auf, erscheint punktgenau am Start und spult sein Rennen exakt nach Marschtabelle herunter. Selten fällt die Tachonadel des „Prinzen“ unter 55km/h. Er fährt wie eine Maschine. Selbst die wenigen Kurven des Rundkurses nimmt der Favorit am absoluten Limit, nirgends lässt er Zeit liegen. Graf „scheitert“ dennoch. Wobei scheitern definitiv der falsche Ausdruck ist, denn Teamkollege Ricci Zoidl fährt im Moment in einer eigenen Liga.
Völlig entspannt kommt Zoidl im Privat-PKW zum Rennen. Spannt seine Simplon Maschine selbst in die Aufwärmrolle, macht sich dabei Hände und Hose schmutzig… Egal! Sogar zum Plaudern und Schmähführen hat er am Weg zur Rampe Zeit.
Fast spielerisch wirkt auch Zoidl fahrt. Nur der Blick auf den Tacho verrät, wie hart der „Bademeister“ arbeitet. Mehr als zwei Sekunden nimmt er seinen Konkurrenten pro Kilometer ab. Sein Schnitt, trotz welliger Strecke und starkem Wind 49,6km/h. Neuer Streckenrekord! Der Bademeister krönt sich in Offenhausen erstmals zum Staatsmeister.

Ebenso beeindruckend die Leistung von Team Gourmetfein Youngster Lukas Pöstlberger. Der Schwanenstädter startet mit Gipshand und angebrochenem Schulterblatt. Trotzdem wird er fünfter im Eliterennen und Vizestaatsmeister der unter 23-jährigen.

Angesichts der überragenden Team Gourmetfein Wels Leistung tauft Tchibo General Harry Mayer das Grünbachtal in Anlehnung an die Gourmetfein Team Farben kurzerhand sogar in „Grün-Weißbachtal“ um.

Bei den Damen meldet sich Jungmutter Christiane Soeder (Radteam Vitalogic NÖ) mit einem Sieg zurück. Schon im ersten Rennen nach ihrer Babypause – die Ärztin bekam im August 2011 ihr erstes Kind – lässt die Vizeweltmeisterin der Konkurrenz keine Chance. Fast eine Minute fährt sie schneller als die Zweitplatzierte Martina Ritter.
Staatsmeisterlich auch die Veranstaltung selbst. Noch nie gab es in Österreich ein besser organisiertes Zeitfahren. In wirklich jeder Hauseinfahrt stand ein Feuerwehrmann. „Besser als bei der Österreichrundfahrt. Gratulation nach Lambach!“, streut ÖRV Generalsekretär Rudi Massak Rosen und hofft auf eine Neuauflage 2013. Schon bei der After Race-Party im Gasthof Lauber signalisiert Bürgermeister Hermann Stoiber dazu sein OK. Bis dahin sollte sich auch die Stimme von Moderator Ameshofer und die Nerven von Organisator Rosenauer wieder erholt haben. Hoffentlich!

 

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