Querfeldein Weltmeisterschaften 2011 bei unseren Nachbarn in Deutschland.
Das Saarland, ganz genau St. Wendel, in der Nähe der französischen Grenze, war der Ausrichter der heurigen Querfeldeinweltmeisterschaften.
2005 war St. Wendel schon Weltmeisterschaftsort, den österreichischen Mountainbikern sehr gut in Erinnerung, gab es ja im letzten Jahr genau hier, den Erfolg von Alban Lakata bei der MTB Marathon Weltmeisterschaft. Am Freitag den 28.01.2011 machten auch wir uns in 2 Kleinbussen auf nach St. Wendel. 16 Querfeldeinfans wollten es sich nicht nehmen lassen, den Querprofis und auch den heuer erstmals 6 Österreichern, Peter Presslauer ist leider kurzfristig Aufgrund einer Erkrankung ausgefallen, direkt vor Ort die Daumen zu halten und sie an der Strecke anzufeuern. Mit dabei auch der Präsident des OÖ Landesradsportverbandes Paul Resch und der Querfeldeinreferent des ÖRV Mag. Christian Glaner. Nach 6-stündiger Fahrt kamen wir in unserem Quartier, ein 4 Sterne Hotel in Saarbrücken, an. Nächsten Tag ging es dann zeitig in der Früh die 42 km nach St. Wendel. Eine sehr hügelige und waldreiche Gegend erwartete uns. Das Wetter war an beiden Tagen perfekt. Strahlend blauer Himmel aber knackige Minus 5°. Für die Fahrer bedeutete dies, bockhart gefrorener Boden bei den Vormittagsbewerben und leicht schmieriger und sehr rutschiger Boden bei den Bewerben ab 14.00 Uhr am Nachmittag. Der erste Weg führte uns gleich in das Fahrerlager zu unseren Junioren. Die waren schon am Mittwoch mit Landestrainer Karl Hammerschmid und den Vize-Präsidenten des LRV Vorarlberg, Max Kofler angereist. Eine kurze Begrüßung, Erkundigung der Lage und schon ging es weiter auf die Strecke. 2,8 km langer Rundkurs gespickt mit 75 Höhenmeter. Der Start im Stadion auf der Leichtathletikbahn und dann der Kurs durchwegs auf Wiesenboden. Ein langer zäher Anstieg wurde unterbrochen durch 2 kurze ruppige Abfahrten. Ein Laufhindernis, eine sehr schwierige Querpassage und eine lange Stiege, waren die Schlüsselpassagen dieses Kurses. Während die Belgier, es waren an diesem Wochenende mehr als 10.000, schon in ihrem Zelt kräftig feierten bezogen wir die Plätze an der Strecke. Um 11.00 Uhr der Start der Junioren. Mit dabei 3 Österreicher.
Lukas Zeller, der österreichische Meister und Gregor Mühlberger aus OÖ, sowie der Vorarlberger Patrick Jäger stellten sich den 66 Gegnern. Leider war Lukas Zeller, der Österreichische Meister, im Vorfeld der WM krank gewesen und musste frühzeitig das Rennen beenden. Für Gregor und Patrick blieb ein Platz im hinter Bereich des Feldes, aber zumindest die Gewissheit, einmal WM Luft geschnuppert zu haben. Bei den Junioren gab es einen 3-fach Erfolg für Frankreich. Detail am Rande. Der 2. und der 3. sind Zwillingsbrüder.
Um 14.00 Uhr dann das Rennen der U23. Der österreichische Vize-Meister Alexander Gehbauer war hier am Start und schlug sich hervorragend. Mit einem Rückstand von 5.03 Min, belegte er den 34. Rang und somit auch die beste österreichische Platzierung bei dieser Weltmeisterschaft. Hier gab es einen Doppelsieg für Holland. Die Bronzemedaille holte sich Tschechien. 15.000 Zuschauer verfolgten die Rennen schon am ersten Tag.
Am Sonntag war dann der Andrang der Zuschauer schon am Vormittag enorm. Es sollten bis zum Elite Rennen um 14.00 Uhr mehr als 30.000 werden. Um 11.00 Uhr aber zuerst das für unsere Deutschen Nachbarn wichtigste Rennen. Kam doch mit Hanka Kupfernagel, der mehrfachen Weltmeisterin, eine der Favoritinnen aus dem eigenen Lager. Noch dazu hat sie 2005 hier auf dieser Strecke schon den WM Titel geholt. Mit Sabine Spitz, der XC MTB Weltmeisterin hatten die Deutschen eine weitere starke Athletin am Start. Bei den Damen auch am Start die 4-fache österreichische Crossmeisterin Elke Riedl. Sie fuhr ein etwas zurückhaltendes und vorsichtiges Rennen und belegte am Ende Rang 36. Da sie heuer nicht so viele Rennen bestritten hatte, fehlte ihr merklich die Rennpraxis. Nach Blitzstart von Hanka Kupfernagel, musste die Deutsche ihrem hohen Tempo am Anfang doch etwas Tribut zollen und belegte den für sie etwas undankbaren 4. Rang. Der Sieg ging zum 3. Mal in Folge an die Holländerin Marianne Vos.
Ab 14.00 Uhr wurde es dann so richtig laut am Rundkurs. Die Belgier waren natürlich auf ihre Leute fixiert. Das erklärte Duell hieß Belgien gegen den regierenden Weltmeister Zdenek Stybar. Außenseiterchancen für den Franzosen Francis Mourey und den Deutschen U23 Weltmeister von 2009 Philipp Walsleben. Unter dem Geschrei der abertausenden Fans ging es in die erste Runde und gleich von Beginn an drückten die Belgier auf das Tempo. Aber es dauerte nicht lange und der Weltmeister, der ja in der Mitte der Querfeldeinsaison etwas verletzt war, übernahm die Spitze und kontrollierte das Rennen von vorne. Einzig Sven Nys der Anfangs noch folgen konnte. Im letzten Drittel des Rennens musste aber auch er Stybar ziehen lassen. Hinter den beiden Spitzenfahrern spielte es sich aber so richtig ab. Eine 4-er Gruppe die angeführt wurde vom überragend fahrenden Philipp Walsleben. Der Deutsche, der bisher über eine 7. Rang bei den Weltcuprennen nicht hinaus kam, fuhr das Rennen seines Lebens. Einzig der Vize-Weltmeister Klaas Vantornout und und Kevin Pauwels sowie der ebenfalls stark fahrende italienische Meister Marco Aurelio Fontana konnten das Tempo von Walsleben mitgehen. Nach 1h 06min 37sec fuhr Zdenek Stybar als Sieger über die Ziellinie und konnte seinen Titel erfolgreich verteidigen. Mit 18 sec Rückstand folgte Sven Nys. Mit einer Schlussattacke konnte sich Kevin Pauwels von der Gruppe um Walsleben noch absetzen und holte sich die Bronzemedaille. Der Franzose Mourey kam am Schluss noch stark auf und konnte knapp vor dem Ziel Walsleben noch überholen und belegte Rang 4. Trotzdem ein tolles Ergebnis des Deutschen Fahrers, der in Zukunft die Nachfolge eines Wolfshohl, Thaler oder Kluge antreten wird können.
Wie erging es unseren Roland Mörx? Er war ganz am Ende bei der Startaufstellung gestanden und als bekannter Langsamstarter kam im das Mördertempo auf der Startrunde nicht unbedingt entgegen. Als letzter fuhr er aus dem Stadion raus. Dann auch noch Pech. Als er sich wieder herangearbeitet hatte, ein Sturz vor ihm, der noch einmal wertvolle Zeit gekostet hatte. Wie immer war Roland bei Temperaturen unter Null, Kurz-Kurz unterwegs. Kräftig angefeuert von uns Österreichern, fuhr er ein beherztes Rennen, wurde aber nach 40 Minuten von der Spitze eingeholt und musste das Rennen beenden. Von 59 Startern belegt er schlussendlich Rang 52.
Eine tolles WM Wochenende das wir hier im Saarland erleben durften und wir waren uns einig - 2012 findet die Meisterschaft im Heimatland dieser so faszinierenden Sportart in Belgien (Koksijde) statt und wir Lambacher wollen und werden wieder vor Ort dabei sein.
Ergebnisse unter: Ergebnisse WM 2011
Fotos auch unter: Foto Josef Brandl